Am 04. Oktober 1970 wurde der „Spielmannszug Nesselröden“ aus dem Gedanken heraus geboren, einen eigenen Musikzug im Ort zu haben, der bei Festen die musikalische Begleitung übernimmt. 65 Gründungsmitglieder unterstützten diese Idee und nach intensiver Lernzeit gab es im Mai 1971 in Weißenborn den ersten Auftritt mit Querflöten und Trommeln. Die grün-weiße Uniform wurde zum Erkennungszeichen des Vereins, der im Jahr 1974 „Bezirksmeister“ in der Klasse Spielmannszug wurde.

In den folgenden Jahren wurde von den Vorständen und Ausbildern eine gute Arbeit geleistet, die dem Verein ein festes Fundament bot. Neben dem spielerischen Aspekt war es den Verantwortlichen schon immer wichtig die Gemeinschaft und die Geselligkeit zu pflegen. So gab und gibt es regelmäßige Vereinsfahrten und Übungswochenenden. Über Jahrzehnte wurde der örtliche Faschingsball ausgerichtet.

Zu Beginn der 1980er Jahre entwickelte sich eine Konzertformation. Diese unterstützte den Stammzug bei Auftritten mit Akkordeon, E-Gitarre, E-Bass und Schlagzeug. Diese besondere Formation hatte in der Region zahlreiche Auftritte und begeisterte mit modernen Musikstücken.

Im Jahr 1990 wurde Rudolf Blank zum Ehrenvorsitzenden sowie Norbert Leineweber und Heinz Hellmold zum Ehrenmitglied ernannt. Edi Kaiser wurde 1998 zum Ehrenstabführer ernannt.

Über die Jahrzehnte sind die Vorstände sehr aktiv für die Musiker und die Weiterentwicklung des Vereins tätig. Im Jahr 1990 zählte der Verein 201 Mitglieder im Jahr 2010 271 Mitglieder. Zu den anstehenden Vereinsgeburtstagen und -Jubiläen wurden großartige Feste mit befreundeten Spielleuten und regionalen Band organisiert. Die aktiven Musiker engagieren sich immer wieder selbst in der Ausbildung und in der Gestaltung von Vereinsaktivitäten.

Ein regelmäßiger Austausch mit dem befreundeten Musikverein „La Chantenaysienne“ aus Chantenay – Villedieu im westl. Frankreich (in der Nähe von Le Mans) besteht seit dem Jahr 1999 und bereichert das Miteinander ebenfalls.

Die „Goldene Ehrennadel“ für besondere Verdienste in der Vereinsarbeit erhalten im Jahr 2010: Bernd Frölich, Frank Hellmold und Edi Kaiser, sowie im Jahr 2016 Dirk Frölich.

Aufgrund der sinkenden Spielerzahlen suchte der Vorstand nach Möglichkeiten den Verein weiterhin spielfähig zu halten. Im März 2013 entschied der Vorstand gemeinsam mit den aktiven Musikern eine Umstellung auf Holz- und Blechblasinstrumente. Ziel sollte es sein, auch bei weniger Musikern ein kräftigeres Klangbild zu präsentieren und Personen zu motivieren, die das „typische Flöten-Alter“ überschritten haben. Dazu lernte jeder Musiker ein neues Instrument. Eine anspruchsvolle und disziplin-verlangende Entscheidung, denn die „alte“ Musik gab es parallel weiter und jeder hatte auch noch Familie und Beruf zu organisieren. Seit dem Jahr 2016 werden alle Auftritte in der neuen Bläserbesetzung gespielt. Besondere Hochachtung vor der Leistung der Aktiven. Erfreulicherweise stieg das Interesse an der Musik und es gab weiteren Zuwachs durch neue Spieler von außen. Außerdem konnte das Repertoire besonders im Bereich der konzertanten Musik erweitert werden.

In der Corona-Zeit boten sich vielfältige Möglichkeiten zum Üben: alleine, im Online-Übungsraum oder bei Übungsabenden in kleinen Gruppen draußen. Daraus entstand auch das Üben in den Sommermonaten an verschiedenen Orten in Nesselröden mit zahlreichen Zuschauern. Besonders dem Vorstand mit seinen kreativen Ideen und seiner Motivation ist es zu verdanken, dass wir diese – für viele Vereine schwierige Zeit – so gestärkt überstanden haben.
Mit (256 Mitgliedern im Jahr 2020 und) zahlreichen neuen interessierten Musikern quer durch alle Altersstufen, sehen wir uns als gut aufgestellt für die Zukunft und können den Zuhörern ein breites Repertoire von traditioneller und moderner Marschmusik, über Schlager, Rock- und Popsongs bis hin zu aktuellen Hits.

Auf der Generalversammlung im Jahr 2024 fiel die Entscheidung den Namen des Vereines der aktuellen Musik anzupassen. So wird aus dem „Spielmannszug Nesselröden“ der „Musikzug Nesselröden“.

Vorsitzende im Verlauf der Jahre:
1970 – 1988 Rudolf Blank
1988 – 1997 Edi Kaiser
1997 – 2011 Bernd Frölich
Seit 2011 Viola Frölich